Arbeitslos melden – die wichtigsten Fragen und Antworten

Das Wichtigste zum Thema „arbeitslos melden“ in Kürze

  • Es besteht grundsätzlich keine Pflicht dazu, sich arbeitslos zu melden. Möchten Sie hingegen Arbeitslosengeld in Anspruch nehmen, dann muss eine entsprechende Meldung rechtzeitig und bei Möglichkeit noch vor der Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses erfolgen.
  • Wann Sie sich arbeitslos melden, ist ebenfalls wichtig – bei einem Fristversäumnis können Kürzungen oder gar Sperren drohen.
  • Nach der offiziellen Arbeitslosmeldung erfolgt die Antragstellung – entweder bei der Agentur für Arbeit für das Arbeitslosengeld 1 oder beim Jobcenter für das Arbeitslosengeld 2.

Wann muss ich mich arbeitslos melden?

Viele fragen sich: "Wann muss man sich eigentlich arbeitslos melden?"
Viele fragen sich: “Wann muss man sich eigentlich arbeitslos melden?”

Eine offizielle Arbeitslosmeldung wird dann nötig, wenn ein zukünftiger Leistungsbezug erfolgen soll – also wenn eine Person Arbeitslosengeld 1 oder Arbeitslosengeld 2 (Hartz 4) in Anspruch nehmen möchte.

Wenn Sie lediglich Zeit zwischen einem alten und einem neuen Job überbrücken müssen (ohne Leistungsbezug), von der Schule an eine Universität wechseln oder ähnliches, ist eine solche Meldung in der Regel nicht nötig.

Arbeitslos und arbeitssuchend – wo liegt der Unterschied?

Auch wenn die Begriffe synonym klingen, machen die bearbeitenden Stellen einen wichtigen Unterschied zwischen „arbeitslos“ und „arbeitssuchend“.

Wer arbeitslos ist, der hat logischerweise keine Beschäftigung. Wird eine Person hingegen unter dem Status „arbeitssuchend“ geführt, dann kann sich diese durchaus noch in einem Arbeitsverhältnis befinden. Dies wäre etwa dann der Fall, wenn die Beendigung des Jobs in naher Zukunft abzusehen ist oder die betroffene Person eine eher vorübergehende Beschäftigung ausübt und nach einer Festanstellung sucht. Wenn Sie sich also als arbeitslos melden, dann sind Sie de facto auch arbeitssuchend. Wer arbeitssuchend ist, muss jedoch nicht zwangsläufig arbeitslos sein.

Zusammengefasst: Sie melden sich hauptsächlich dann arbeitssuchend, wenn Sie den allgemeinen Service der Arbeitsagentur in Anspruch nehmen wollen. Für die Durchsetzung von finanziellen Ansprüchen ist eine rechtzeitige und formgerechte Arbeitslosmeldung essentiell.

Bedenken Sie: Läuft Ihre Beschäftigung in absehbarer Zeit aus, dann liegt es an Ihnen, sich rechtzeitig offiziell von arbeitssuchend auf arbeitslos zu melden. Der Statuswechsel erfolgt nicht automatisch!

Wo und wie melde ich mich arbeitslos?

Eine Arbeitslosmeldung erfolgt stets bei der Agentur für Arbeit
Eine Arbeitslosmeldung erfolgt stets bei der Agentur für Arbeit

Sie müssen sich bei der Agentur für Arbeit – oder Arbeitsagentur – arbeitslos melden. Dies ist unabhängig davon, ob Sie Arbeitslosengeld 1 oder Arbeitslosengeld 2 beziehen möchten.

Eine solche Meldung muss persönlich und vor Ort geschehen. Mitunter ist auch davon die Rede, sich beim Arbeitsamt arbeitslos zu melden – dabei handelt es sich jedoch um einen umgangssprachlichen Begriff.

Für Arbeitsagentur und Jobcenter gilt gleichermaßen: Wo Sie sich arbeitslos melden müssen, hängt von Ihrem Einzugsgebiet ab. Welche Stelle für Sie zuständig ist, können Sie über Ihren gemeldeten Wohnort und Ihre Postleitzahl in Erfahrung bringen.

Damit ein reibungsloser Bezug von Leistungen erfolgen kann, sollten Betroffene rechtzeitig aktiv werden. Dies gilt vor allem für den ALG-1-Bezug, denn eine verspätete Meldung zieht eine Sperrzeit nach sich!

Wollen Sie sich offiziell arbeitslos melden, gilt eine Frist von drei Monaten vor dem absehbaren Ende des Arbeitsverhältnisses. Erfolgte die Kündigung kurzfristig, dann ist dies spätestens drei Tage nach Kenntnis zu melden. Ausnahmen bestehen für Arbeitnehmer, welche eine Ausbildung in einer Schule oder einem Betrieb absolviert haben. Doch auch hier empfiehlt es sich, eine Arbeitslosmeldung so zeitig wie möglich vorzunehmen – etwa dann, wenn eine Übernahme nicht wahrscheinlich ist.

Allerspätestens am ersten Tag der Arbeitslosigkeit müssen sich Betroffene persönlich arbeitslos melden – dies ist Grundvoraussetzung für einen Arbeitslosengeldbezug.

Arbeitslos melden – was muss ich mitbringen?

Bei der Agentur für Arbeit arbeitslos melden - das brauchen Sie alles
Bei der Agentur für Arbeit arbeitslos melden – das brauchen Sie alles

Möchten Sie sich arbeitslos melden, werden folgende Unterlagen benötigt:

  • Personalausweis oder anderen Lichtbildausweis, auch eine Aufenthalts- oder Arbeitserlaubnis ist möglich
  • Sozialversicherungsausweis
  • Lebenslauf
  • Kündigungsschreiben
  • Arbeitsvertrag

Hierfür müssen Sie im Vorfeld einen Termin mit einem Sachbearbeiter vereinbart haben.

Kann ich mich auch online arbeitslos melden?

Nein. Es ist nicht möglich, eine offizielle Arbeitslosmeldung online einzureichen. Dies muss immer persönlich geschehen.

Sie können sich hingegen online arbeitssuchend melden. Hierfür wird eine Registrierung im Internetportal der Bundesagentur für Arbeit nötig. Insofern Sie einen gechipten, neuen Personalausweis besitzen, können Sie sich auch auf diesem Weg zunächst registrieren, bevor Sie sich offiziell arbeitslos melden. Über das Online-Formular können Benutzer ihren Antrag zudem online einreichen.

Sich arbeitslos zu melden, ist auch telefonisch nicht möglich. Jedoch besteht eine kostenlose Servicehotline unter der Rufnummer 0800 4 555500.

Wie kann ich mich nachträglich wieder „abmelden“?

Sie können sich telefonisch "arbeitssuchend" melden; arbeitslos melden und abmelden jedoch nicht
Sie können sich telefonisch “arbeitssuchend” melden; arbeitslos melden und abmelden jedoch nicht

Genauso, wie Sie sich für einen Leistungsbezug arbeitslos melden müssen, gilt es, sich bei Aussicht auf eine Beschäftigung entsprechend wieder abzumelden.

Setzen Sie sich umgehend mit der Agentur für Arbeit bzw. dem Jobcenter in Verbindung, wenn sich etwas an Ihrer Beschäftigungssituation ändern sollte! Sobald Sie eine Arbeit aufnehmen, erlischt in der Regel der Anspruch auf Arbeitslosengeld – gesetzt den Fall, dass das so erwirtschaftete Geld für eine Lebensführung ausreicht, also nicht aufstockend bezogen wird. Unrechtmäßige Bezüge können zu Rückzahlungen führen!

Waren Sie lediglich als arbeitssuchend gelistet, ist für eine Abmeldung kein persönliches Erscheinen nötig. Hier reicht in der Regel ein telefonischer oder elektronischer, formloser Hinweis.

Anders sieht es aus, wenn Sie Gelder bezogen haben. Möchten Sie sich als „nicht mehr arbeitslos“ melden, dann sollte die verantwortliche Stelle dies über eine genormte Änderungsmitteilung erfahren. Unter diesen Links finden Sie die entsprechenden Online-Dokumente:

Auch diese Formulare müssen der bearbeitenden Stelle ausgedruckt vorliegen. Sie können diese per Post übersenden – dann am Besten durch ein Einschreiben – oder eben persönlich vor Ort einreichen. Sie können eine solche Änderungsmitteilung auch telefonisch ankündigen, dennoch wird in der Regel ein Nachreichen des ausgefüllten Dokumentes nötig.

Sollte ich mich nach dem Studium arbeitslos melden?

Das kommt ganz auf Ihre persönliche Situation an. Haben Sie noch finanzielle Rücklagen oder können Sie sich mit einer Nebentätigkeit über Wasser halten, ist eine Arbeitslosmeldung in der Regel nicht nötig. Ist hingegen abzusehen, dass entsprechende Unterstützung notwendig wird, empfiehlt sich auch hier eine fristgerechte Meldung.

Arbeitsagenturen und Jobcenter sind nicht nur für die Auszahlung von Leistungen verantwortlich: Beratungsgespräche, Hilfe bei Bewerbungen und die Empfehlung relevanter Arbeitsstellen zählen ebenfalls zu deren Aufgabenbereich. Denken Sie darüber nach, sich arbeitslos zu melden, kann das nach dem Studium einen Einstieg in die Arbeitswelt erleichtern.

Die Arbeitslosmeldung ist der erste Schritt für einen Leistungsbezug. Im Weiteren gilt es, einen Hartz-4-Antrag beim Jobcenter bzw. einen Antrag auf Arbeitslosengeld 1 bei der Agentur für Arbeit zu stellen.

Bildnachweise: istockphoto.com/tumpikuja, istockphoto.com/agencyby, istockphoto.com/Nasti11

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