Antrag auf Grundsicherung bei einer Behinderung

Alles Wichtige zum Antrag auf Grundsicherung bei einer Behinderung in Kürze

  • Neben älteren Menschen können Hilfebedürftige auch dann eine Grundsicherung beantragen, wenn eine Behinderung vorliegt.
  • Der Antrag auf Grundsicherung für erwerbsgeminderte Behinderte heißt offiziell „Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung“ und wird von einem zuständigen Sozialamt bearbeitet.
  • Diese Leistung beinhaltet meist einen Regelbedarf, die Übernahme von Wohnungs- und Heizkosten, Versicherungsbeiträgen und je nach Lage Mehrbedarfe.

Grundsicherung als Pfeiler des Sozialstaates

Der Antrag auf Grundsicherung für Behinderte gilt bei voller Erwerbsminderung
Der Antrag auf Grundsicherung für Behinderte gilt bei voller Erwerbsminderung

Die „Grundsicherung“ ist ein Sammelbegriff für staatliche Leistungen, welche aus Steuergeldern finanziert werden und die von hilfsbedürftigen Bügerinnen und Bürgern in Anspruch genommen werden kann. Menschen sollen in Zeiten eines Mangels nicht allein dastehen, sondern Unterstützung vom Staat erhalten.

Zu den Leistungen der Grundsicherung gehören:

  • die Hilfe zum Lebensunterhalt
  • das Arbeitslosengeld 2 (Hartz 4)
  • das Sozialgeld
  • die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung

Letztere soll hier näher beleuchtet werden, denn: Möchten Betroffene einen Antrag auf Grundsicherung bei einer Behinderung stellen, dann ist dafür in der Regel diese genannte Leistung vorgesehen.

Dieser Teil der Grundsicherung ist für all jene bestimmt, welche aufgrund von hohem Alter oder gesundheitlichen Gründen dauerhaft voll erwerbsgemindert sind. „Voll Erwerbsgemindert“ bedeutet, dass eine Person nicht dazu in der Lage ist, eine Arbeit für täglich drei Stunden zu verrichten.

Wer hingegen eine Behinderung hat, jedoch erwerbsfähig ist und die allgemeinen Kriterien erfüllt, der hat in der Regel einen Anspruch auf Hartz 4 – häufig zuzüglich des gewährtes Mehrbedarfes für eine Behinderung. Bei einem Antrag auf Grundsicherung bei einer Behinderung hingegen muss die Einschränkung derart sein, dass eine Arbeitsfähigkeit dauerhaft nicht gegeben ist.

So können Sie einen Grundsicherungsantrag für Behinderte stellen

Der Antrag auf Grundsicherung bei einer Behinderung, die eine volle Erwerbsminderung zur Folge hat, ist an das örtliche Sozialamt zu richten. Hierfür ist ein vorgefertigtes Formular vonnöten, welches Sie meist vor Ort erhalten können.

Wurde Ihr Anspruch anerkannt, dann gleichen die Leistungen zu großen Teilen denen des Arbeitslosengeld 2:

  • Der individuelle Regelbedarf

Insgesamt werden sechs Regelbedarfsstufen unterschieden, welche denen des Hartz-4-Anspruches entsprechen. Das bedeutet: Einer erwachsenen, alleinstehenden Person der Regelbedarfsstufe 1 werden 416 Euro zugestanden.

Beim Antrag auf Grundsicherung für Behinderte werden verschiedene Unterstützungen gewährt
Beim Antrag auf Grundsicherung für Behinderte werden verschiedene Unterstützungen gewährt
  • Aufwendungen für Heizung und Wohnkosten

Auch hier gilt: Es muss eine Verhältnismäßigkeit vorliegen. Entsprechende Träger erbringen dann Wohn- und Heizungskosten, wenn diese „angemessen“ sind. Hier ist vor allem die Wohnungsgröße entscheidend, welche – gemessen am örtlichen Mietspiegel – die jeweils angemessenen Mieten ergeben.

  • Eventuelle Mehrbedarfe

Wer Eingliederungshilfe bezieht, der kann im Regelfall einen Mehrbedarf von 35 % der jeweiligen Regelbedarfsstufe beanspruchen. Insofern Sie einen Schwerbehindertenausweis mit dem Merkzeichen „G“ oder „aG“ besitzen, steht Ihnen ein Schwerbehinderten-Mehrbedarf von zusätzlichen 17 %, gemessen an Ihrem Regelbedarf, zu. Darüber hinaus können auch für kostenaufwändige Ernährung und orthopädische Anschaffungen Zuschüsse erbracht werden, insofern eine Mehrbedarfslage besteht – dies gilt es, anhand der eigenen Verhältnisse zu klären.

  • Übernahme von Versicherungsabgaben

Wurde Ihr Antrag auf Grundsicherung bei einer Behinderung bewilligt, dann werden entsprechende Gelder in der Regel für zwölf Monate erbracht. In Ausnahmefällen ist dies auch länger möglich – etwa dann, wenn sich das Einkommen voraussichtlich nicht ändern wird.

Gut zu wissen: Insofern die gängigen Kriterien erfüllt werden, kann auch dann ein Antrag auf Grundsicherung bei Behinderung gestellt werden, wenn Betroffene noch bei ihren Eltern leben! Doch auch hier gibt es eine Einschränkung: Das Jahreseinkommen beider Elternteile muss zusammen unter 100.000 Euro liegen.

Bildnachweise: fotolia.com/RioPatuca Images, fotolia.com/pictworks

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