Zum Urlaubsanspruch bei Arbeitslosigkeit mit Leistungsbezug

Das Wichtigste zum Urlaubsanspruch bei Arbeitslosigkeit in Kürze

  • Ist eine Person arbeitslos, besteht kein Urlaubsanspruch im herkömmlichen Sinne. Leistungsberechtigte können hingegen einen Antrag auf Ortsabwesenheit stellen.
  • Die maximale Urlaubsdauer richtet sich danach, ob Antragsteller Arbeitslosengeld 1 oder Arbeitslosengeld 2 beziehen.
  • Für das Arbeitslosengeld 1 gilt eine Höchstdauer von sechs Wochen, beim Arbeitslosengeld 2 beläuft sich diese auf drei Wochen.

Auch wer Leistungen bezieht, kann eine Auszeit nehmen

Es besteht Urlaubsanspruch für Arbeitslose - dies muss jedoch genehmigt werden
Es besteht Urlaubsanspruch für Arbeitslose – dies muss jedoch genehmigt werden
Nur weil eine Person auf Leistungen des Arbeitslosengeldes angewiesen ist, bedeutet das nicht, dass das gesamte soziale Leben eingeschränkt sein muss. So kommt es natürlich auch vor, dass Betroffene verreisen möchten – etwa, um die Familie zu besuchen oder weil ein Ausflug schon vor dem Bezug von Leistungen geplant war.

Ein Urlaubsanspruch besteht auch bei Arbeitslosigkeit – allerdings muss die geplante Auszeit vorher zwingend vom jeweiligen Träger genehmigt werden.

Hier sollte jedoch erwähnt werden, dass de facto kein Urlaubsanspruch bei Arbeitslosigkeit besteht – schließlich ist es nicht grundlegend vorgesehen, dass sich jeder Leistungsberechtigte irgendwann eine Auszeit nimmt. Der Begriff meint in den meisten Fällen den gesetzlichen Urlaubsanspruch, wie er in Arbeitsverträgen vorzufinden ist.

Der Einfachheit halber wird im Nachfolgenden dennoch von Urlaubsanspruch bei Arbeitslosigkeit gesprochen, auch wenn dies streng genommen eine falsche Bezeichnung ist.

Wie Sie einen Urlaubsanspruch als Arbeitsloser bzw. Arbeitslose geltend machen

Für einen Urlaubsanspruch bei Arbeitslosigkeit gilt es stets, eine Ortsabwesenheit zu beantragen. Dabei handelt es sich um einen formlosen Antrag, welchen Sie an Ihren zuständigen Sachbearbeiter zu richten haben. Mitunter kann ein Antrag auf Ortsabwesenheit auch online oder telefonisch gestellt werden. Zudem schadet es nicht, diesen über einen geplanten Urlaub bereits im Vorfeld zu informieren.

"Urlaubsanspruch": Wer arbeitslos ist und Leistungen bezieht, muss Ortsabwesenheit beantragen
“Urlaubsanspruch”: Wer arbeitslos ist und Leistungen bezieht, muss Ortsabwesenheit beantragen
Anträge auf Ortsabwesenheit können in den meisten Fällen nur kurzfristig bearbeitet werden. Sie können Ihren geplanten Urlaub schon vorher bei Ihrem Sachbearbeiter erfragen, der offizielle Antrag sollte jedoch erst ein bis zwei Wochen vor der geplanten Auszeit gestellt werden. Dies hängt damit zusammen, dass die möglichst schnelle (Wieder-)Eingliederung in die Arbeitswelt im Vordergrund steht.

Die bearbeitenden Stellen können auf lange Sicht nicht einschätzen, ob und wann sich eine Möglichkeit der Eingliederung ergibt. Stellen Sie Ihren Antrag zu zeitig, ist es möglich, dass dieser abgelehnt wird! Der Urlaubsanspruch bei Arbeitslosigkeit kann zum Beispiel auch dann entfallen, wenn sich dieser zeitlich mit einer Möglichkeit der Wiedereingliederung überschneidet.

Grundsätzlich sollten Sie zum Urlaubsanspruch bei Arbeitslosigkeit Folgendes beachten, um Sanktionen zu vermeiden:

  • ein Urlaub kann erst dann angetreten werden, wenn die bearbeitende Stelle dies auch genehmigt hat – ein ungenehmigtes Verreisen führt zur Einstellung von Leistungen und ggf. auch zu Zahlungsrückforderungen
  • wer aus einem genehmigten Urlaub zurückkehrt, der hat sich umgehend bei seinem Jobcenter respektive der Agentur für Arbeit zu melden
  • auch wer in seinem Urlaub erkrankt, hat dies dem Leistungsträger umgehend mitzuteilen

Arbeitslos: Wie viel Urlaub im Jahr ist insgesamt möglich?

Der Urlaubsanspruch bei Arbeitslosengeld-1-Bezug ist in der Regel länger
Der Urlaubsanspruch bei Arbeitslosengeld-1-Bezug ist in der Regel länger
Der Urlaubsanspruch bei Arbeitslosigkeit hängt davon ab, welche Leistungen Sie beziehen – entweder das Arbeitslosengeld 1, für welches die Agentur für Arbeit zuständig ist, oder das Arbeitslosengeld 2 (Hartz 4), das von einem Jobcenter bearbeitet wird. Die jeweilig festgelegten Höchstdauern müssen zudem nicht zusammen genommen werden, sondern können auch in kürzere Perioden gesplittet sein.

Urlaubsanspruch beim Arbeitslosengeld 1: ALG-1-Beziehende können insgesamt bis zu sechs Wochen Urlaub in einem Kalenderjahr anmelden. Davon können Sie jedoch nur in den ersten drei Wochen Leistungen beziehen.

Für das Arbeitslosendgeld 1 gilt außerdem: Hier kann der maximale Urlaubsanspruch bei Arbeitslosigkeit mitunter auch verlängert werden. Dies wäre zum Beispiel dann möglich, wenn es sich um eine medizinische Rehabilitationsmaßnahme handelt. Dies muss vorher mit dem Träger vereinbart sein, zudem werden auch für diese extra-Zeit in der Regel keine Leistungen ausgezahlt.

Urlaubsanspruch beim Arbeitslosengeld 2: Bei einem Bezug von Hartz 4 ist der Urlaubsanspruch auf drei Wochen beschränkt – genauer genommen auf 21 Tage, Wochenenden und Feiertage inbegriffen. Auch hier gilt, dass sich Leistungsberechtigte nach Beendigung ihres Urlaubs umgehend bei dem für sie zuständigen Jobcenter zu melden haben. Weiterhin kann der Urlaubsanspruch bei Hartz 4 in der Regel nicht verlängert werden.

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