Hartz-4-Regelsatz: Wie viel steht einem Leistungsberechtigten zu?

Das Wichtigste zum Hartz-4-Regelsatz in Kürze

  • Der Hartz-4-Regelsatz soll den Grundbedarf eines erwerbsfähigen Leistungsberechtigten abdecken. Für einen Alleinstehenden beträgt der aktuelle Regelbedarf 416 Euro [Stand: 2018].
  • Auf den Regelsatz für das Kind wird bei Hartz 4 zusätzlich zum Kindesunterhalt auch das Kindergeld angerechnet.
  • Der Regelsatz wird jährlich überprüft und an die Preis- und Nettolohnentwicklung angepasst.
  • Eigenes Einkommen oder Vermögen innerhalb einer Bedarfsgemeinschaft kann den Regelsatz reduzieren. Bei der Berechnung werden die gesetzlichen Freibeträge berücksichtigt.

Wer hat Anspruch auf den Regelsatz vom Arbeitslosengeld 2?

Wie hoch ist der Hartz-vier-Regelsatz? Mehr dazu in unserem Ratgeber.
Wie hoch ist der Hartz-vier-Regelsatz? Mehr dazu in unserem Ratgeber.

Wer nicht in der Lage ist, seinen Lebensunterhalt aus eigener Kraft zu bestreiten, dessen Grundbedürfnisse sollen in Deutschland befriedigt werden. Aus diesem Grund können erwerbsfähige Leistungsberechtigte Arbeitslosengeld (ALG) 2 bzw. Hartz IV beantragen. Nach § 7 Sozialgesetzbuch (SGB) II haben folgende Personen einen Anspruch auf den Hartz-4-Regelsatz:

  • Personen, die mindestens 15 Jahre alt sind und die Regelaltersgrenze noch nicht erreicht haben,
  • erwerbsfähige Personen,
  • hilfebedürftige Personen und
  • Personen, die ihren gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland haben.

Als nicht erwerbsfähig gilt ein Leistungsberechtigter, wenn er wegen einer Krankheit oder Behinderung nicht in der Lage dazu ist, unter den üblichen Bedingungen des Arbeitsmarktes für mindestens drei Stunden täglich erwerbstätig zu sein. Dies beruht auf § 8 Abs. 1 SGB II.

Wie hoch ist der Regelsatz bei Hartz 4?

Grundsätzlich ist die Höhe der Leistungen, die das Jobcenter einem Hartz-4-Empfänger auszahlt, von unterschiedlichen Faktoren abhängig. Dazu zählen beispielsweise der Familienstand, die Anzahl der Kinder sowie das Einkommen und Vermögen des Antragstellers. Entscheidend ist zudem der aktuelle Regelsatz des ALG II.

Damit der SGB-II-Regelsatz die Grundbedürfnisse eines Leistungsberechtigten abdeckt, muss er jährlich überprüft und anhand der bundesdurchschnittlichen Preisentwicklung für regelbedarfsrelevante Güter angepasst werden. Zudem spielt auch die bundesdurchschnittliche Entwicklung der Nettolöhne eine wichtige Rolle.

Aber wie hoch ist der Hartz-4-Regelsatz eigentlich? Zum Jahresbeginn 2018 sind ist der ALG-2-Regelsatz für Leistungsberechtigte um einige Euro angestiegen. Aktuell ergibt sich daraus für den Hartz-4-Regelsatz folgende Tabelle:

RegelbedarfsstufeLeistungsberechtigteaktueller Regelsatz [2018]
1Alleinstehende, Alleinerziehende416 €
2Paare je Partner in einer Bedarfsgemeinschaft374 €
3nicht erwerbstätige Erwachsene unter 25 Jahren im Haushalt der Eltern332 €
4Kinder von 14 bis 17 Jahren316 €
5Kinder von 6 bis 13 Jahren296 €
6Kinder unter 6 Jahren240 €

Zusätzlich zum Hartz-4-Regelsatz erhalten Leistungsberechtigte die angemessenen Kosten für Unterkunft und Heizung vom Jobcenter. Diese sind ortsabhängig und orientieren sich an der Anzahl der Haushaltsmitglieder sowie dem ortsüblichen Mietspiegel.

Was ist der Regelsatz bei Hartz 4?
Was ist der Regelsatz bei Hartz 4?

Damit Leistungsberechtigte den maßgeblichen Regelsatz bei Hartz IV erhalten, ist es wichtig, dass ihr Vermögen unter den vorgesehenen Freibeträgen liegt. Dieser beträgt mindestens 3100 Euro und berechnet sich bei Erwachsenen durch die einfache Formel Anzahl der Lebensjahre x 150 Euro. Der Freibetrag liegt maximal bei 9750 Euro.

Zudem erhalten Sie einen verringerten Regelsatz bei ALG 2, wenn Sie ein zusätzliches Einkommen von mehr als 100 Euro beziehen. Missachten Sie die Auflagen oder erfüllen Sie nicht Ihre Pflichten, müssen Sie mit einer Sanktion rechnen, die ebenfalls dafür sorgt, dass der Hartz-4-Regelsatz geringer ausfällt.

Regelsatz bei Hartz 4: alleinerziehend und ein höherer Anspruch?

Alleinstehende und alleinerziehende Leistungsberechtigte erhalten den höchsten Hartz-4-Regelbedarf. Zusätzlich dazu können alleinerziehende Mütter und Väter einen Mehrbedarf geltend machen. Dieser wird neben dem Arbeitslosengeld-2-Regelsatz gezahlt und beträgt zwischen 12 und 60 % der maßgeblichen Regelleistung.

Die Höhe des Mehrbedarfs richtet sich nach dem Alter und der Anzahl der Kinder, die mit dem alleinerziehenden Hartz-4-Empfänger in einem Haushalt wohnen. Wichtig ist, dass sie die alleinige Versorgung des Kindes sicherstellen und dieses auch allein pflegen und erziehen.

Zusätzlich zum Hartz-4-Regelsatz zahlt das Jobcenter dann folgenden Mehrbedarf aus:

Alter der KinderMehrbedarf in Prozent
ein Kind bis sieben Jahre36
ein Kind über sieben Jahren12
zwei Kinder unter 16 Jahren36
zwei Kinder über 16 Jahren24
ein Kind unter 16 und ein Kind über 16 Jahren24
drei Kinder36
vier Kinder48
fünf Kinder60
Bei getrennten oder geschiedenen Eltern, die sich in zeitlichen Abschnitten von jeweils einer Woche zu gleichen Teilen um das gemeinsame Kind kümmern, können diese den Mehrbedarf für Alleinerziehende zur Hälfte zusätzlich zum Hartz-4-Regelsatz geltend machen.

Hartz-4-Regelsatz für ein Kind

Hartz 4 fürs Kind: Der Regelsatz unterscheidet sich je nach Alter des Sprösslings.
Hartz 4 fürs Kind: Der Regelsatz unterscheidet sich je nach Alter des Sprösslings.

Beim Regelsatz bei Hartz 4 fürs Kind spielt das Kindergeld eine wichtige Rolle. Denn bei der Berechnung vom Hartz-4-Regelsatz wird das Kindergeld einbezogen. Beim Kindergeld handelt es sich nämlich um eine vorrangige Sozialleistung, die vor dem Arbeitslosengeld 2 zu berücksichtigen ist und sich bei einer Bedarfsgemeinschaft auf den Regelsatz auswirkt.

Für den Hartz-4-Regelsatz findet folgende Berechnung Anwendung:

Ein leistungsberechtigtes Kind unter sieben Jahren hat einen Anspruch auf einen maßgeblichen Hartz-IV-Regelbedarf von 240 Euro. Handelt es sich dabei um das einzige Kind des Leistungsberechtigten, erhält es ein Kindergeld von aktuell 194 Euro [Stand: 2018] von der Familienkasse.

Diese 194 Euro werden auf den Hartz-4-Regelsatz angerechnet. Daher erhält das leistungsberechtigte Kind nur noch 46 Euro vom Jobcenter, sodass der Regelbedarf von insgesamt 240 Euro abgedeckt ist. Wird zusätzlich zum Kindergeld Unterhalt von einem Elternteil gezahlt, ist es möglich, dass der Lebensbedarf des Kindes bereits ohne Hartz 4 gedeckt ist und das Jobcenter keine zusätzliche Leistung auszahlt.

Hartz-IV-Regelsatz: Zusammensetzung der Leistung

Der Regelsatz soll den Grundbedarf eines Leistungsberechtigten abdecken. Dementsprechend basiert die Leistung nach § 20 SGB II auf einzelnen Bedarfen, die in der Summe den Regelhöchstsatz von 416 Euro ergeben. Dem Hartz-4-Regelsatz liegt folgende Aufteilung zugrunde:

BedarfProzent vom maßgeblichen Regelsatz
Nahrung und alkoholfreie Getränke34,86
Freizeit, Unterhaltung und Kultur9,59
Nachrichtenübermittlung8,94
Bekleidung und Schuhe8,76
Wohnen, Energie und Wohninstandhaltung8,87
Innenausstattung, Haushaltsgeräte und -gegenstände6,16
andere Waren und Dienstleistungen7,93
Verkehr8,33
Gesundheitspflege3,8
Beherbergungs- und Gaststättendienstleistungen2,49
Bildung0,26
Alkoholische Getränke sowie Tabak werden im Hartz-4-Regelsatz nicht berücksichtigt. Die Kosten für eine angemessene Unterkunft und Heizung übernimmt das Jobcenter zusätzlich. Liegt die Miete über dem ortsüblichen Mietspiegel, muss der Hartz-4-Empfänger den restlichen Betrag aus dem Regelsatz begleichen. Strom wird grundsätzlich im Regelsatz berücksichtigt.

Bildnachweise: fotolia.com/ivan kmit, fotolia.com/JenkoAtaman, istockphoto.com/villiers

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