Mietpreise für Geringverdiener existenzbedrohend: 1 Million Haushalte unter Hartz-4-Niveau

News veröffentlicht am 29. Oktober 2018 von Sarah

Wohnungsnot und steigende Mietpreise sind für Geringverdiener ein besonders großes Problem. Menschen mit geringem Einkommen werden durch die hohen Mieten verhältnismäßig besonders belastet. So sehr sogar, dass einer aktuellen Studie zufolge über eine Million Geringverdiener-Haushalte abzüglich ihrer Miete weniger zum Leben haben, als den Hartz-4-Satz.

Fast das halbe Haushaltseinkommen wird für die Miete ausgegeben

Hohe Mietpreise sind für Geringverdiener besonders problematisch.

Hohe Mietpreise sind für Geringverdiener besonders problematisch.

Eine Studie des Sozialverbands Deutschland beleuchtet erneut Probleme der sozialen Ungleichheit, die in den letzten Monaten und Jahren verschärft die öffentliche Diskussion beherrschten. Die Rede ist von den Folgen steigender Mietpreise – vor allem in Großstädten.

Wie die Studie nun zeigte, stellen die Mietpreise besonders für Geringverdiener ein ernstzunehmendes Problem dar. So hätten deutschlandweit eine Million Haushalte nach Abzug der Mieten weniger zum Leben als den Hartz-4-Regelsatz. Dies hängt besonders mit der Tatsache zusammen, dass bei steigendem Lohn die Mieten in der Regel nicht proportional mitsteigen, sondern zu einer relativ geringeren Belastung werden.

Laut Studie verwenden Haushalte, die monatlich mehr als 4.500 Euro Netto zur Verfügung haben nur 17 Prozent des Einkommens für die Miete. Im Durchschnitt sind es in Deutschland 29 Prozent des Nettoeinkommens. Ganz anders sieht es bei den ärmeren Bevölkerungsschichten aus: Aufgrund steigender Mietpreise zahlen Geringverdiener mit einem Nettoeinkommen von unter 1.300 Euro 46 Prozent davon für ihre Miete, also beinahe die Hälfte.

Betroffene können gegebenenfalls mit Hartz 4 aufstocken

Der Verband fordert mehr sozialen Wohnbau und kritisiert die steigenden Mietpreise als Belastung für Geringverdiener. Der Verbandpräsident sagte hierzu:

Die Mietpreisentwicklung vertieft die soziale Spaltung in unserer Gesellschaft.

Für den Sozialstaat sollten die steigenden Mietpreise ebenfalls bedenklich sein, da Berufstätige durch ihre Mieten in eine Situation geraten, in der sie ihren Lebensunterhalt möglicherweise nicht mehr aus eigener Kraft stemmen können. Ein Ausweg für Betroffene ist dann, ihr Einkommen mit Hartz 4 aufzustocken.

Wenn auch Sie betroffen sind und Ihr Einkommen nicht zum Leben reicht, dann können Sie vielleicht Hartz 4 beantragen:

  1. Wenden Sie sich an Ihr zuständiges Jobcenter.
  2. Ein Sachbearbeiter wird Ihnen erklären, welche Formulare Sie auszufüllen und welche Dokumente Sie vorzulegen haben.
  3. Alternativ ist es in vielen Städten möglich, Wohngeld zu beantragen und so die Mietpreise als Geringverdiener besser bewältigen zu können.

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