Jobcenter-Mitarbeiter mit Messer angegriffen

News veröffentlicht am 7. Dezember 2017 von hartz4.org

Hattingen – In Nordrhein-Westfalen kam es jüngst zu einem gewalttätigen Übergriff in einem Jobcenter. Ein Mitarbeiter wurde angegriffen – und zwar mit einem Messer. Der Betroffene ist inzwischen außer Lebensgefahr, nichtsdestotrotz ist die Bestürzung groß. Grund der Attacke durch einen Leistungsbezieher waren wohl ausbleibende Zahlungen.

Hintergründe der Tat

In einem Jobcenter wurde ein Mitarbeiter angegriffen, der Grund waren Leistungskürzungen

In einem Jobcenter wurde ein Mitarbeiter angegriffen, der Grund waren Leistungskürzungen

Bei dem Täter handelt es sich um einen 37-jährigen Vorbestraften, welcher schon früher durch Bedrohungen und Körperverletzungen aufgefallen war. Der Mann, welcher Hartz 4 bezog, sei über eine längere Zeit seiner Mitteilungs- und Mitwirkungspflicht nicht nachgekommen, Briefe wurden ignoriert. Daraufhin hat das für ihn zuständige Jobcenter eine Einstellung der Zahlungen erwirkt.

Offensichtlich frustriert, sei der Mann deshalb unangemeldet vor Ort erschienen und habe ein kurzfristiges Gespräch verlangt. Als er aufgerufen wurde, habe er den zuständigen Jobcenter-Mitarbeiter unvermittelt mit einem Messer angegriffen und schwer verletzt.

Das Opfer erlitt Schnittverletzungen am Bauch und Oberkörper, bevor er sich hinter einer Tür in Sicherheit bringen konnte. Zwischenzeitlich habe akute Lebensgefahr bestanden, mittlerweile sei dessen Lage jedoch stabil.

Da sich die Polizeiwache im gleichen Gebäude befindet, konnte der Angreifer schon kurze Zeit später festgenommen werden. Dieser habe auch direkt gestanden, durch die Sanktionen des Jobcenters motiviert worden zu sein. Gegen den Mann wurde ein Haftbefehl erlassen.

Leider kein Einzelfall

Traurigerweise werden verhältnismäßig regelmäßig Jobcenter-Mitarbeiter körperlich angegriffen

Traurigerweise werden verhältnismäßig regelmäßig Jobcenter-Mitarbeiter körperlich angegriffen

Dies ist bei Weitem nicht das erste Mal, dass in einem Jobcenter Mitarbeiter angegriffen wurden. Erst im Mai diesen Jahres wurde ein Urteil in einem ähnlichen Fall gesprochen: Ein Sachbearbeiter wurde derart mit einem Hammer verletzt, dass dieser seither im Rollstuhl sitzt.

Auch hier war der Täter ein Kunde des Jobcenters, auch hier ging es um Kürzungen der finanziellen Leistungen. Daneben dürfte wohl jeder Sachbearbeiter schon mehrere Vorfälle erlebt haben, in denen Kunden übergriffig wurden.

Bedürftige, die auf die Grundsicherung angewiesen sind, leben nicht selten am Existenzminimum – kommt dann auch eine langsame oder fehlerhafte Arbeit in den Behörden hinzu, staut sich ganz schnell Wut und Verzweiflung an. Dies dürfte für jeden nur allzu gut nachvollziehbar sein. Dass Jobcenter-Mitarbeiter jedoch angegriffen werden oder allgemein Übergriffe befürchten müssen, ist nicht weniger problematisch. Diese handeln wohl kaum aus Schikane, sondern machen in der Regel auch nur ihre Arbeit. Dass Einzelpersonen die Leidtragenden struktureller Probleme sind, sollte niemals der Fall sein.

Gerade Hartz-4-Sanktionen sind stark umstritten. Wenn Sie sich näher über dieses Thema informieren möchten, finden Sie hier entsprechende Ratgeber:

Bildnachweise: Fotolia.com/ © vulkanismus, iStockphtotos.com/ © Marilyn Nieves

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