Welcher Freibetrag zählt beim Hartz-4-Bezug für ein Einkommen?

Das Wichtigste zum Einkommens-Freibetrag bei Hartz-4-Bezug in Kürze

  • Wird zusätzlich zum Arbeitslosengeld 2 ein Einkommen erzielt, dann wird dieses ab einer bestimmten Höhe angerechnet. Die Abrechnung erfolgt fallindividuell.
  • Grundsätzlich ist bei Hartz-4-Bezug ein Freibetrag von 100 Euro eingeräumt. Daneben können noch andere Beträge abgesetzt werden, etwa wenn Unterhaltszahlungen erbracht werden müssen.
  • Je nach Höhe des erwirtschafteten Einkommens sind weitere prozentuale Beträge abzusetzen.

Einkommen bedeutet meist Leistungskürzungen

Haben Sie Einkünfte, wird beim ALG 2 ein bestimmter Freibetrag eingeräumt
Haben Sie Einkünfte, wird beim ALG 2 ein bestimmter Freibetrag eingeräumt
Viele Menschen hierzulande haben Probleme, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Das kann unterschiedliche Gründe haben: strukturelle Gegebenheiten am Wohnort, die jeweilige Branche, mangelnde Referenzen et cetera. Nicht wenige beziehen deshalb Hartz 4 als aufstockende Leistung.

Grundsätzlich gilt, dass Einkommen und Vermögen auf die eigenen Leistungen angerechnet werden. Gleichzeitig muss jedoch eine Verhältnismäßigkeit geschaffen sein, denn schließlich sollen Leistungsbeziehende mit Erwerbstätigkeit unterm Strich mehr Geld zur Verfügung haben. Deshalb wird Zuverdienenden ein Freibetrag für ihren Hartz-4-Bezug gewährt.

So wird gerechnet

Als erstes wird der sogenannte Grundabsetzbetrag abgezogen: Die ersten 100 Euro des Einkommens werden als Freibetrag beim Arbeitslosengeld 2 nicht berücksichtigt.

Danach erfolgt eine Staffelung entsprechend der erzielten Einkommenshöhe: Bis 1.000 Euro brutto werden zusätzliche 20 %, von 1.000 Euro bis 1.200 Euro weitere 10 % als anrechnungsfreier Freibetrag bei Hartz-4-Bezug abgesetzt. Hat die betroffene Person Kinder zu betreuen, dann verschiebt sich die Höchsteinkommensgrenze von 1.200 Euro auf 1.500 Euro.

Unter Berücksichtigung von Absetzung und geltendem Freibetrag ermittelt das Jobcenter dann den gekürzten Regelsatz. Das Ziel ist dabei, dass betroffene Personen in der Gänze dennoch mehr Geld zur Verfügung haben als solche Leistungsbeziehende, die nicht zusätzlich erwerbstätig sind. Die individuelle Berechnung obliegt stets dem zuständigen Jobcenter.

Hierzu zwei Rechenbeispiele: Eine Person verdient sich nebenbei in einem 450-Euro-Job etwas dazu. Hiervon sind zunächst 100 Euro in Abzug zu bringen: 450 – 100 = 350. Von diesem verbleibenden Geld sind 20 % nicht anzurechnen, was bei 350 entsprechend 70 Euro sind. Der betroffenen Person bleiben also 100 + 70 = 170 Euro Freibetrag für das ALG 2, der Rest wird angerechnet.

So errechnet sich der Freibetrag für das Hartz 4, wenn über tausend Euro verdient werden: Angenommen, es wird ein Einkommen von 1.200 Euro erwirtschaftet. Nach Abzug der 100 Euro sind von 900 Euro 20 % abzusetzen, also 180 Euro. Bleiben noch 200 Euro, von denen weitere 10 % anrechnungsfrei sind, also 20 Euro. In der Summe ergibt dies 180 + 20 = 200 Euro Hartz-IV-Freibetrag.

Wie hoch der Freibetrag bei Hartz IV ausfällt, hängt u. a. von der Einkommenshöhe ab
Wie hoch der Freibetrag bei Hartz IV ausfällt, hängt u. a. von der Einkommenshöhe ab
An dieser Stelle sollten die Begriffe etwas spezifiziert werden: Genau genommen wird von einem Freibetrag bei Hartz 4 dann gesprochen, wenn es um den Grundabsetzungsbetrag geht.

Die oben erwähnten 10- und 20-Prozent-Pauschalen heißen korrekt Absetzungsbeträge. Mit „Freibetrag“ wird umgangssprachlich häufig das absetzbare Einkommen bezeichnet, welches der Person nach Abzug noch übrig bleibt.

Neben dem Grundfreibetrag können je nach individueller Lage noch andere Beträge vom Einkommen abgesetzt werden. Hierzu zählen etwa Werbungskosten oder Aufwendungen für einen Unterhalt. Der Einkommens-Freibetrag bei einem Hartz-4-Bezug muss deshalb fallindividuell betrachtet werden.

Bildnachweise: fotolia.com/Michael Schütze, depositphotos.com/get4net

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