Arbeitslosengeld beantragen: Die Dauer bis zur Bewilligung variiert

Das Wichtigste zum Thema „Arbeitslosengeld beantragen und die Dauer der Bearbeitung“ in Kürze

  • Fragen wie „Wie lange dauert es, bis ein Hartz-4-Antrag bearbeitet ist?“ können nicht allgemeingültig beantwortet werden.
  • Antragstellende müssen mit Bearbeitungszeiten von mindestens drei bis vier Wochen rechnen.
  • Betroffene können einen Vorschuss erhalten, wenn ihre Situation existenzbedrohend ist. Vor sechs Monaten kann ein gerichtlicher Eilrechtsschutz beansprucht werden, nach sechs Monaten ist eine Untätigkeitsklage möglich.

Was beeinflusst die Bearbeitungszeit von einem Arbeitslosengeld-2-Antrag?

Wie lange dauert es, bis ein Hartz-4-Antrag bearbeitet ist?
Wie lange dauert es, bis ein Hartz-4-Antrag bearbeitet ist?
Die Bearbeitungszeiten für Hartz-4-Anträge führen sehr häufig zu Auseinandersetzungen zwischen den Fronten. Bedürftige Personen, die Arbeitslosengeld 2 beantragen und die Dauer der Bearbeitung nicht einschätzen können, fühlen sich missachtet und mitunter sogar schikaniert.

Auf der anderen Seite müssen Sachbearbeiter manchmal vielzählige Ersuche innerhalb kürzester Zeit prüfen – da staut sich auf beiden Seiten schnell Unmut auf.

Wie lange dauert bei einem Hartz-4-Antrag die Bewilligung? Wenn sich bei einem Hartz-4-Antrag die Bearbeitungsdauer zu sehr in die Länge zieht, welche Möglichkeiten bestehen dann für Antragstellende?

Allgemein hängt einem Hartz-4-Antrag die Dauer der Bearbeitung von unterschiedlichen Faktoren ab. Dies beginnt natürlich mit dem Antragsteller selbst: Ein Hartz-4-Antrag sollte nach Möglichkeit vollständig und persönlich abgegeben werden. Müssen durch das Jobcenter immer wieder postalisch Nachweise eingefordert werden, verzögert dies die Auszahlung natürlich.

Zudem ist es natürlich auch stets von der Situation im jeweiligen Jobcenter abhängig. Wenn verhältnismäßig wenige Sachbearbeiter vorhanden sind, aber viele Menschen Arbeitslosengeld beantragen, ist die Dauer einer Bearbeitung ebenfalls verlängert.

Im Regelfall beträgt die Bearbeitungszeit mindestens drei bis vier Wochen.

Wie lange hat das Jobcenter Zeit, um einen Antrag zu bearbeiten?

Grundsätzlich bestehen für Sachbearbeiter keine Mindestfristen, in denen Anträge bearbeitet werden müssen. Im Regelfall könnte rechtlich erst dann mit einer Untätigkeitsklage vorgegangen werden, wenn Sie Arbeitslosengeld beantragen und die Dauer der Bearbeitung mindestens sechs Monate beträgt. Dies ergibt sich aus § 88, Abs. 1 Satz 1 des Sozialgerichtsgesetzes, wo es heißt:

Ist ein Antrag auf Vornahme eines Verwaltungsakts ohne zureichenden Grund in angemessener Frist sachlich nicht beschieden worden, so ist die Klage nicht vor Ablauf von sechs Monaten seit dem Antrag auf Vornahme des Verwaltungsakts zulässig.

Zieht sich bei einem Arbeitslosengeld-Antrag die Dauer zu sehr in die Länge, sind rechtliche Schritte möglich
Zieht sich bei einem Arbeitslosengeld-Antrag die Dauer zu sehr in die Länge, sind rechtliche Schritte möglich
Dennoch stehen Betroffene, die unter akuter Geldnot leiden, nicht vollständig hilflos da. Zum einen besteht die Möglichkeit, einen Vorschuss zu beantragen. Dies setzt jedoch voraus, dass Betroffene einen festgestellten Anspruch auf Hartz 4 haben und es voraussichtlich zu Verzögerungen bei der Berechnung der Leistungshöhe kommt, welche das Jobcenter zu verschulden hat. Ein Vorschuss wird jedoch nicht automatisch erbracht, Betroffene müssen diesen durch einen Antrag einfordern.

Daneben ist bei sozialgerichtlichen Verfahren auch ein einstweiliger Rechtsschutz, auch genannt Eilrechtsschutz oder Eilantrag, möglich.

Wenn Leistungsberechtigte Arbeitslosengeld beantragen und die Dauer der Verfahrensentscheidung nicht zumutbar ist, dann kann ein Eilantrag an ein zuständiges Sozialgericht gestellt werden. Dieser kann im Regelfall immer dann in einem Hauptsachverfahren (hier: die Antragsbearbeitung) angewendet werden, wenn persönliche Rechte vor einer offiziellen Entscheidung eingeschnitten werden würden.

Dies ist auch bei einem Hartz-4-Antrag möglich, da die Grundsicherung auf dem Grundgesetz fußt, welches im ersten Artikel das Recht auf ein würdevolles Leben bestimmt.

Bildnachweise: fotolia.com/Les Cunliffe, fotolia.com/rcfotostock

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