Hartz 4: Sind Sie alleinerziehend mit Kind, steht Ihnen meist ein Mehrbedarf zu

Alles Wichtige zum Thema „Hartz 4 und alleinerziehend“ in Kürze

  • Wer alleinerziehend ist und Hartz 4 bezieht, dem wird regelmäßig ein Alleinerziehenden-Mehrbedarf erbracht.
  • Dieser Alleinerziehenden-Zuschuss des Hartz 4 bemisst sich an Anzahl und Alter der Kinder. Je nach Bedarfslage werden extra 12 bis 60 % des individuellen Regelbedarfes gewährt.
  • Angaben diesbezüglich sind im Hauptantrag zu tätigen.

Wer alleine den Nachwuchs groß zieht, der sollte besonders gefördert werden

Hartz IV: Wer alleinerziehend ist, der hat einen Mehrbedarfsanspruch
Hartz IV: Wer alleinerziehend ist, der hat einen Mehrbedarfsanspruch
Viele Elternteile betreuen ihre Kinder alleine. Dies kann unterschiedliche Gründe haben und ist hierzulande nicht ungewöhnlich; die Bewältigung des Alltags ist jedoch häufig mit größeren Belastungen für den Erziehenden oder die Erziehende verbunden.

Kommt dann noch eine Arbeitslosigkeit hinzu, kann es mit dem Geld recht schnell eng werden. Deshalb gilt: Ist eine Person alleinerziehend, bezieht Hartz 4 und hat ein Kind in seiner Wohnung leben, dann wird zusätzlich der Mehrbedarf für Alleinerziehende erbracht. Dies gilt jedoch nicht nur für die eigenen Kinder; auch für Pflegekinder kann eine entsprechende Leistung in Anspruch genommen werden. In Bezug auf Hartz 4 bedeutet „alleinerziehend“ auch, dass Kinder und ein volljähriges Geschwisterteil in der Bedarfsgemeinschaft mit leben – schließlich kann nicht davon ausgegangen werden, dass sich dieses an der Erziehung beteiligt.

Sind Sie alleinerziehend, sollte das Jobcenter darüber im Hauptantrag informiert werden

Benötigen Sie also zum Hartz 4 einen Alleinerziehenden-Zuschuss, dann ist hierfür bis dato kein extra Formblatt vorgesehen. Diese Informationen müssen Sie im Hauptantrag tätigen.

Grundsätzlich steht Ihnen diese Leistung ab der Geburt des Kindes zu. Darüber hinaus müssen Sie auch in der Anlage KI Informationen über die Kinder in Ihrer Bedarfsgemeinschaft angeben. Hier wird beim Geschlecht kein Unterschied gemacht: Der Mehrbedarf zum Hartz 4 ist für alleinerziehende Mütter genauso hoch wie für alleinerziehende Väter.

Diese Pauschalen werden zusätzlich erbracht

Wenn Sie Hartz 4 beziehen und alleinerziehend sind, dann können Sie hier Ihre Ansprüche ablesen:

Anzahl und Alter der KinderMehrbedarf
ein Kind, 1-7 Jahre36 %
ein Kind ab 7 Jahren12 %
zwei Kinder unter 16 Jahren36 %
zwei Kinder ab 16 Jahren24 %
ein Kind unter 7 Jahren und ein Kind unter 16 Jahren24 %
drei Kinder36 %
vier Kinder48 %
fünf Kinder60 %

Hartz 4 für eine alleinerziehende Mutter: 1 Kind bedeutet 12 oder 26 % Mehrbedarf
Hartz 4 für eine alleinerziehende Mutter: 1 Kind bedeutet 12 % oder 36 % Mehrbedarf
Diese Tabelle zeigt, dass bestimmte Staffelungen gemessen am Alter nur dann vorgesehen sind, wenn es zwei Kinder gibt. Wer etwa Hartz 4 bezieht und alleinerziehend mit drei Kindern ist, dem werden regelmäßig zusätzliche 36 % anerkannt – unabhängig vom Alter des Nachwuchses.

Beachten Sie hierzu außerdem: Sind Sie geschieden und betreuen Ihr Kind in einem Wechselmodell, dann wird ein hälftiger Mehrbedarf erstattet.

Ein Beispiel: Frau Meier bezieht Hartz 4 und ist alleinerziehend mit zwei Kindern, acht und siebzehn Jahre alt. Ihr steht der Regelbedarf für Alleinerziehende von 416 Euro zu. Laut der Tabelle kann Frau Meier zusätzliche 24 % dieses monatlichen Satzes beziehen, welches (24:100) mal 416 = 99,84 Euro sind. Somit hat Frau Meier insgesamt 515,84 Euro zur Verfügung.

Alleinerziehend und Hartz-4-Bezug: Was steht mir sonst noch zu?

Eine alleinerziehende Mutter, welche auf Hartz 4 angewiesen ist, kann je nach Bedarfslage noch andere Zusatzleistungen gelten machen – etwa dann, wenn Sie erneut schwanger ist. Dann ist zusätzlich ab der 13. Schwangerschaftswoche ein 17-prozentiger Mehrbedarf für Schwangere vorgesehen. Außerdem können Sie dann auch eine Erstausstattung für ein Baby als einmalige Leistung beantragen, sofern ein Bedarf bestehen sollte.

Gut zu wissen: Beziehen Sie Hartz 4 und sind alleinerziehend, dann können Sie unter Umständen eine vom Jobcenter vorgeschlagene Arbeitsstelle ablehnen – insofern eine Fürsorge sonst nicht gewährleistet wäre. Die Betreuung von minderjährigen Kindern wird in der Regel als ein „wichtiger Grund“ anerkannt.

Bildnachweise: Fotolia.com/Maria Sbytova, Fotolia.com/Tran-Photography

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